Schloss Gauernitz

Schloss Scharfenberg

Schulze-
Mühle

Kirche Naustadt

Museum Scharfenberg

Schloss Gauernitz

Als Bauwerk der Neorenaissance, an der Bundesstraße 6 zwischen Dresden nach Meißen gelegen, dominiert das Schloss Gauernitz mit seinen hohen Renaissancegiebeln die Elblandschaft. Die mächtige, dreiflüglige Form des heute etwas maroden Bauwerks stammt aus dem 16. Jahrhundert. Eine umfassende Umgestaltung erfolgte im 18. Jahrhundert unter den Grafen von Zinzendorf. Besonders augenfällig ist das Hohe Haus, an das sich die niedrige barocke Dreiflügelanlage anschließt. Im Obergeschoss dieses hohen rechteckigen Baus mit Satteldach und Dachreiter befand sich einst ein festlicher Spiegelsaal, welcher von Ludwig Graf von Zinzendorf, dem Gründer der Herrnhuter Brüdergemeinde, in einen Betsaal umgestaltet wurde. Um 1800 legte der sächsische Kriegsminister und Gauernitz-Liebhaber Friedrich August Graf von Zinzendorf sternförmige Alleen an und errichtete auf der nahgelegenen Elbinsel einen romantischen Landschaftspark, dessen sieben Wegeachsen die Kirchtürme der umliegenden Ortschaften markieren. Im 19. Jahrhundert baute Karl Ernst Fürst von Waldburg-Schönburg das Schloss im Baustil der Neorenaissance um.
Das Schloss ging 2003 an private Eigentümer über und eine Restaurierung ist vorgesehen.

Schloss Scharfenberg

"Hier ist bezaubertes Land, das sogar die Träume der alten Poeten übertrifft" – so ein schwärmender Dichter über das Schloss Scharfenberg. Das Schloss war einst ein Mittelpunkt des dichterischen Schaffens in der Blütezeit der Romantik. Hier fanden sich einige der wichtigsten Vertreter der deutschen Romantik (1812-1824) im sogenannten "Scharfenberger Kreis" zusammen, unter ihnen auch Novalis und E.T.A. Hoffmann. Aber auch Maler wie Ferdinand Oehme (Schloss Scharfenberg bei Nacht, 1827, Nationalgalerie Berlin) oder Caspar David Friedrich zählten zu den gern gesehenen Gästen.
Das Bauwerk ist aus einer Burg der Bischöfe von Meißen hervorgegangen, welche vermutlich im 12. Jahrhundert angelegt wurde. Im Jahre 1430 ging der Herrschaftssitz an das Adelsgeschlecht von Miltitz über, welches für fünfhundert Jahre in Scharfenberg ansässig war. Die heutige Schlossanlage besteht aus Bauteilen verschiedener Zeiten. Um 1560 wurde der Südwestflügel mit dem Schlosstor im Renaissance-Stil umgebaut und bekam an der Südecke einen Wehr- und nordwestlich einen Treppenturm. Im 19. Jahrhundert errichtete man im gewölbten Erdgeschoss eine Schlosskapelle. Die spätgotische Gerichtsstube des im 14. und 15. Jahrhunderts erbauten Nordwestflügels wird von einem Netzrippengewölbe getragen. Dieser Teil wurde 1654 nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges erneuert. Zu den schönsten Räumen im Schloss zählt wohl das Kaminzimmer mit seiner Kassettendecke und dem offenen Kamin. Über den tiefen Kellergewölben, in die man um 1780 Gefängniszellen einbaute, ist die alte Schlossküche erhalten geblieben.
Carl von Miltitz, der letzte adlige Schlossbesitzer, musste Scharfenberg aus Kostengründen im Jahre 1940 verkaufen. 1945 wurde das nun im Besitz einer Fabrikantenfamilie stehende Bauwerk beschlagnahmt und der Gemeinde übergeben. Im Laufe der Jahre verfiel das zu Wohnzwecken genutzte Schloss zusehends, bis in den 1980er Jahren alternative junge Leute und Künstler versuchten, den Bau zu retten.
Seit 1997 sorgen der neue Besitzer und ein Verein für eine detailgetreue Restaurierung der historischen Bausubstanz. Die einsturzgefährdete Turmgruppe wurde saniert und die Mauerkronen des Rittersaals wurden bisher gesichert.

Von April bis Oktober ist sonntags bei Sonnenschein von 14 bis 18 Uhr eine Besichtigung möglich. Bei Frau Richter können Führungen und Besichtigungen vereinbart werden (Tel. 03521-40 41 64 Mo.-Do. 19-20 Uhr oder Tel. 03521-45 71 31 Mo.- Fr. 7.30-8.30 Uhr).
Weitere wichtige Informationen enthält die Internetseite www.schloss-scharfenberg.de.

Schulze-Mühle

Gulliver lässt grüßen wenn man die voll funktionstüchtige Schulze-Mühle im Miniaturformat (Maßstab 1:5) am Ortsausgang inmitten weiterer kleinformatiger Häuser betrachtet. 30 Jahre lang dauerte der Bau des kleinen hölzernen Kunstwerks, in dem zwar ein einzelner Erwachsener, jedoch nicht mehrere Personen Platz finden.

Kirche Naustadt

Der 45 Meter hohe Turm der 1591 erbauten Naustädter Kirche ist das unverkennbare Wahrzeichen des Ortes. Der von Hans Köhler d. J. aus Meißen im Jahre 1606 geschaffene Alteraufsatz mit einer Darstellung des Abendmahls fungiert gleichzeitig als Denkmal für Ernst Wilhelm von Miltitz. Die 1596 errichtete Kanzel ist mit Bibelsprüchen und dem Relief des Pfingstwunders geschmückt. Sie und die Taufe, an deren Fuß vier Kinder mit den Folterwerkzeugen Christi sitzen, stammen von Hans Köhler d. Ä. Außerhalb der Kirche befindet sich der gepflegte Dorffriedhof.

Heimatmuseum Scharfenberg

Im Scharfenberger Heimatmuseum kann der interessierte Besucher Exponate zur Geschichte des Scharfenberger Schlosses sowie zur Ur- und Frühgeschichte der Region bestaunen. Zudem erhält man hier detaillierte Informationen über die Entstehung des Ortes und dessen Bergbaugeschichte. Von 1223 bis 1898 wurde hier unter anderem nach Silber geschürft. Besonders empfehlenswert: das Mineralienzimmer sowie Zeugnisse des hiesigen Naherholungsgebietes "Linkselbische Täler". Daneben werden auch verschiedene Veranstaltungen angeboten, zum Beispiel eine "Einführung in die Zeit der Romantik mit dem "Scharfenberger Kreis" oder Vorträge über die umliegende Fluß- und Berglandschaft.

Öffnungszeiten: Mai – Oktober/Samstags und Sonntags 13 – 17 Uhr oder nach Vereinbarung (Tel.: Fr. Nowak 03521/404465)
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